Fees an Kryptobörsen

An den verschiedenen Kryptobörsen gibt es einige unterschiedliche Fees, die zu beachten sind. Diese lassen sich in drei Bereiche einteilen.

Mit diesen Gebühren muss man bei Kryptobörsen rechnen

  • Fees für den Kauf und Verkauf von Coins
  • Gebühren für den Übertrag von Coins zu einer anderen Börse
  • Fees für das Einzahlen und Auszahlen von Geldbeträgen (Euro, USD, …..)

Die Überlegung, auf welche Fees man nun besonders achten muss, richtet sich danach, was man an der Börse tut. Für Trader, die sehr oft handeln, wie zum Beispiel beim Intraday Trading spielt natürlich die Gebühr für den Kauf und Verkauf der Coins eine große Rolle, da diese dann besonders häufig anfällt. Hierbei unterscheiden die Exchanges auch in der Regel noch nach Maker und Taker und berechnen dafür unterschiedliche Gebühren. Ein Maker ist nach der Definition der Kryptobörsen jemand, der dem Markt Liquidität zuführt und ein Taker ist jemand, der dem Markt Liquidität entzieht.

Was bedeutet Maker und Taker bei den Fees nun genau?

Ein Maker ist ein Händler, der ein Angebot einstellt, welches zum Zeitpunkt der Abgabe nicht durch BID oder ASK der anderen Teilnehmer erfüllt wird. In einem Beispiel könnte das folgendermaßen aussehen:

Maker als Käufer:
Nehmen wir an, das beste und damit niedrigste ASK (der Preis zu dem jemand verkaufen möchte) liegt bei exakt 100 Euro. Während ein Taker dieses Angebot nun annehmen (to take) würde, macht der Maker ein Angebot und zwar in diesem Fall eines unter 100 Euro. Beispielsweise bietet der Maker 99 Euro. Damit eröffnet er eine neue Order mit Limit im Orderbuch, die erst ausgeführt wird, wenn ein anderer Marktteilnehmer darauf eingeht, was in dem Fall dann ein Taker wäre, da er ein bestehendes Angebot annimmt.

Maker als Verkäufer:
Bleiben wir bei 100 Euro als Ausgangsposition für das Beispiel. Beim Verkauf wäre es in dem Fall so, dass das beste und damit höchste BID (der Preis zu dem jemand kaufen möchte) bei 100 Euro liegt. Der Maker würde in dem Fall eine Order einstellen, die die über 100 Euro liegt. Er würde also z.B. eine Verkaufsorder einstellen mit Limit 101 Euro, die von den aktuellen Angeboten nicht erfüllt wird und eine neue Order im Orderbuch auslöst.

Die Maker Taker Erklärung in Kurzform:
Der Maker als Käufer ist nur bereit zu niedrigeren Preisen zu kaufen als das momentan beste Angebot (ASK).
Der Maker als Verkäufer ist nur bereit zu höheren Preisen zu verkaufen, als die momentan beste Nachfrage (BID).

Der Taker erklärt sich damit automatisch. Er nimmt eine bereits an der Börse platzierte Order an. Der Taker geht also auf ein Angebot des Makers ein.

Man kann Maker Taker auch einfach auf Deutsch übersetzen und sagen: Der Maker (Macher) macht eine eigene Order auf, die so nicht vom Orderbuch erfüllt wird und der Taker (Nehmer) nimmt eine bestehende Order an.

Warum ist es wichtig für die Fee, ob Maker oder Taker?

Da die Börsen daran interessiert sind den Umsatz zu erhöhen, wird der Maker, der neue Angebote einstellt und so die Liquidität erhöht mit einem Bonus belohnt, der sich darin äußert, dass er niedrigere Fees als der Taker beim Kauf und Verkauf von Coins zahlen muss. Als Beispiel: Während der Taker z.B. 0,2% auf das Handelsvolumen als Fee zahlen muss, wird dem Maker nur 0,1% berechnet.
Aktuell würde das bei einem Bitcoin (6.000 Euro) für den Taker eine Gebühr von 12 Euro ausmachen, für den Maker nur 6 Euro. Nun handelt zwar nicht jeder diese Summen, aber man kann erkennen, dass sich diese Fees bei einem Daytrader doch erheblich summieren können.

Weiterhin sind die Gebühren für den Handel noch vom Volumen abhängig, das der Trader bewegt. Hier nehmen die Börsen üblicherweise den kumulierten Umsatz der letzten 30 Tage als Grundlage für die Höhe der Fee. Umso höher der Umsatz umso niedriger die Fee.

Die Fees der einzelnen Kryptobörsen finden Sie in der Rubrik Fees bei der jeweiligen Börse.

Gebühren für den Transfer von Coins zwischen verschiedenen Krypto Exchanges

Eine zweite wichtige Fee ist die Transferfee für Coins, die an andere Wallets versendet werden. Dies kann entweder zum Zweck der Bezahlung sein oder auch z.b. bei Tradern vorkommen, die Arbitrage zwischen mehreren Börsen betreiben. Während für den eingehenden Transfer (Deposit) üblicherweise keine Gebühr anfällt wird für den ausgehenden Transfer (Withdrawal) meist eine Gebühr fällig. Diese wird überwiegend in der Coinwährung berechnet, die auch transferiert wird und ist von einer Kryptowährung zur anderen verschieden.

Bitfinex berechnet momentan z.B. bei Bitcoin die man versendet unabhängig von der Menge 0,0005 Bitcoin, was bei einem Kurs von 6.000 Euro 3 Euro ausmacht. Überträgt man hingegen Ripple (XRP) werden 0,02 Ripple als Fee fällig, was zum aktuellen Kurs von 18 Eurocent nur 0,36 Cent Gebühr ausmacht, also nur einen Bruchteil einer Bitcointransaktion. Der Transfer von Tether (USDT) schlägt bei Bitfinex pauschal mit 5 USD zu Buche.

Fee bei Ein- und Auszahlungen von normalen Währungen wie Euro und USD

Führt man sein Kryptokonto, um z.B. Zahlungen abzuwickeln oder in Coins zu investieren, ist es am Anfang ja zuerst notwendig Geld bei der Börse einzuzahlen, um Coins kaufen zu können. Auch für Arbitragebetreiber kann das notwendig sein, um einen funktionierenden Kreislauf für die Zahlungsströme aufzubauen.

Hier unterscheiden sich die verschiedenen Börsen nun teilweise extrem. Während Kraken bei SEPA Einzahlungen (Deposit) in Euro keine Fee berechnet und auch bei Auszahlungen auf das eigene Bankkonto (Withdrawal) nur 9 Eurocent berechnet, verlangt Bitfinex 0,1% aber mindestens 20 USD als Gebühr. Je nach Intention, was man an der Börse machen möchte, muss man hier die passende Börse für sich selbst wählen. Mehr dazu aber bei den jeweiligen Börsen und im Vergleich.

Bei den einzelnen Kryptobörsen werden die verschiedenen Ein- und Auszahlungsfees und Möglichkeiten noch weiter erläutert. Manche Börsen erwecken dabei auch den Eindruck, als würden sie mit Zahlungsanbietern kooperieren, um zusätzlich Erträge zu erwirtschaften. Sie bieten dann oft eine Vielzahl von verschiedenen Möglichkeiten für Deposits und Withdrawals, aber keine, die mit niedrigen Kosten verbunden ist.